Neuanfang - Hoffnung - Auferstehung

"Wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.

Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind."

                                          (aus 1. Korinther 15)

Diese Zusage an eine junge evangelische Gemeinde in Münster, die noch damals (1960) überwiegend aus Flüchtlingen und Vertriebenen aus dem Osten bestand, ist besonders von denen mit festem Willen zum Weiterleben in der neuen Heimat im Osten der Stadt Münster dankbar aufgenommen worden.

Ostern war für die Menschen aus Ostpreußen und Schlesien - besonders aus dem ländlichen Milieu - vielfach mit Frühlingsritualen verbunden, wie das österliche Wasserschöpfen vor Sonnenaufgang an einer Quelle im Osten und das anschließende Besprengen und Segnen des Viehs in den Ställen. Ostern hatte dort also schon immer einen besonderen Stellenwert.

Der Ostertermin 1956  war mit der Grundsteinlegung der neuen Kirche dann auch symbolisch im Hinblick auf die Auferstehung des HERRN gewählt worden, ebenso wie einige andere Meilensteine in der Gemeindegeschichte, die an Ostern stattfanden, etwa die Indienststellung einer neuen Orgel Ostern 1986, die Einweihung eines neuen Gemeindehauses Ostern 2006 und das erste Läuten der neuen Glocken Ostern 2010, alles Hoffnungszeichen einer lebendigen Gemeinde, "die nicht nur auf die Auferstehung hin, sondern auch von der Auferstehung her lebt" (Präses Wilm, Predigt 1957).

Besonderheiten der Auferstehungskirche

Zahlreiche Details der Kirchenausstattung bekräftigen die Namenswahl „Auferstehungskirche”:

  • Das Altarkreuz, als Osterkreuz ohne Corpus aus Mooreiche mit Silberbeschlag und mit blauem Email belegt, weist auf die Auferstehung Christi hin, ebenso wie
  • die Inschrift „Ich lebe und ihr sollt auch leben” (Joh. 14,19) an der Wand links vor dem Altarraum.
  • Auf einer Konsole darunter liegt ein Gedenkbuch für die Toten der Weltkriege, das seit 1981 auch die Namen aller verstorbenen Gemeindeglieder enthält.
  • Die Osterkerze auf einem Sims daneben wird in jedem Jahr von den Konfirmanden neu gestaltet. Sie wird an hohen Festtagen und bei Tauf- und Abendmahlsgottesdiensten angezündet.
  • Das große Rosettenfenster an der Westfassade, dessen zentrales Motiv sich im Gemeindesiegel wiederfindet,  ist der einzige Bildschmuck der Kirche. Es zeigt das „Lamm mit der Siegesfahne”, symbolisch umgeben von 24 Ältesten (Offb. 5, 7.8) und ist ein Werk des Grafikers Franz Corne.
  • Die größte der drei Glocken trägt die Inschrift  „Ich bin die Auferstehung und das Leben” (Joh. 11,25).
  • Dieser Bibelvers steht seit dem 7. November 2008 auch auf 24 quadratischen Glasscheiben in verschiedenen Sprachen auf den 12 Scheiben des Atriumhofes unseres Gemeindehauses. Sie wurden von dem Künstler Werner Klenk (Oelde) geschaffen. Zahlreiche Gemeindeglieder, die einen Bezug zu den gewählten Sprachen haben, haben sie gestiftet. Darüberhinaus tragen die "multilingualen" Sprüche nicht nur zur Sicherheit der bodentiefen Fensterscheiben bei, sondern die Spender betonen durch die Verkündigung dieses zentralen Wortes Jesu Christi an die Völker ihre Verbundenheit mit allen Christen der Welt.
Altar mit Osterkreuz

Altar mit Osterkreuz

Inschrift

Inschrift Joh. 14,19

Rosette

Rosette

Glocken

Joh. 11,25

Sprachenfries im Hof: Joh. 11,25